Veronika Erhart

 

Aluzinationen

Zum Material: Eisen, Zink, Kupfer sind Spurenelemente, ohne sie können wir nicht leben. Aluminium. Ausgerechnet für das häufigste Metall unserer Erde hat unser Körper keine Verwendung. Aluminium, ein Alien.

Kommt zum Aluminium der Lack entsteht daraus zum Beispiel ein Flugzeug. Das bedeutet zum Beispiel NewYork – Panama in wenigen Stunden, Tomatensaft und ein Gefühl von Beklemmung.

Lack alleine bedeutet Schutz und Farbe. Der Name stammt aus dem Sanskrit und das bedeutet nicht Kopfschmerz.

Über Offsetdruckplatten zu schreiben, führt zu weit.

Sich der Arbeit von Veronika Erhart zu nähern, bedeutet, sich mit den nahe liegenden Dingen zu beschäftigen. Mit Oberflächlichkeiten.

Man kann den Lack perfekt auf der Oberfläche verteilen und mit der Form des Aluminiums spielen. Oder man lässt das Metall gerade sein und spielt mit dem Lack.

Ist es ein Spiel? Nein. Dafür steckt zuviel Systematik in der Arbeit. Und Ernsthaftigkeit. Eine behutsame Weiterentwicklung von Form und Strich. Ein Kokettieren mit der Oberflächlichkeit, das umso mehr die Aufmerksamkeit auf das Darunterliegende lenkt. Worum geht es hier? Die Sache erscheint klar, aufgeräumt, dekorativ, ansehnlich. Und dann ist da ein leises „Aber“, vielleicht eher ein „Und“. Eine Erweiterung, eine Vertiefung.
Ein zweites Betrachten, ein drittes und so weiter. Vielleicht sollte sich der Betrachter allmählich ausziehen, um mit diesem Prozess schrittzuhalten. Nackte Haut, nacktes Aluminium. Und dann bleibt noch soviel darunter. Die Kräfte, die alles zusammenhalten, in die Tiefe wirken.

Die Tiefe, wenn Material zu Schwingung wird, wenn Starres zu tanzen beginnt, wenn Grenzen verschwimmen und dennoch das Wesentliche sich der Vereinnahmung entzieht.

Dr. Max Garzarolli

 

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